Tipps und Wissenswertes

Begriffe einer Strom-Verbrauchsabrechnung

AbLaV-Umlage (Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten) Die AbLaV-Umlage deckt die Kosten für die Bereitstellung und die Abschaltung der Last und dient damit auf der Grundlage des § 13 Abs. 4a und 4b EnWG der Versorgungssicherheit durch die Förderung abschaltbarer Verbrauchseinrichtungen.
Abschlagszahlungen Abschlagszahlungen sind Teil- bzw. Anzahlungen auf die bereits geleisteten Energielieferungen und werden mit der turnusmäßigen Endabrechnung verrechnet. Die Höhe des Abschlages orientiert sich an dem zu erwartenden Energieverbrauch.
Arbeitspreis Der Arbeitspreis bezeichnet das Entgelt pro gelieferter bzw. verbrauchter Kilowattstunde (kWh) Strom.
Codenummer des Netzbetreibers Die Codenummer des Netzbetreibers dient der eindeutigen Identifikation des örtlichen Verteilnetzbetreibers, an dessen Netz die Lieferstelle angeschlossen ist.
EEG-Umlage Nach dem Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Kurztitel Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) wird Jeder gefördert, der Strom aus regenerativen Energien ins Netz einspeist; egal, ob Windparkbetreiber oder Privathaushalt mit Solarzellen auf dem Dach. Das Ziel der Bundesregierung ist es, mit Hilfe dieser Förderung den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien (wie Wind- oder Wasserkraft, Sonne, Erdwärme oder Biomasse) zu erhöhen. Zum Erreichen dieser Ziele sind Anlagebetreibern als Anreiz Vergütungssätze ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme im EEG staatlich für 20 Jahre garantiert – sie unterliegen folglich nicht Angebot und Nachfrage. Die vier bundesweiten Übertragungsnetzbetreiber vermarkten den EEG-Strom dann an den Strombörsen. Da konventionell erzeugter Strom (z.B. aus Atomkraft oder fossilen Brennstoffen) deutlich günstiger produziert wird und somit an den Strombörsen den Preis drückt, entsteht eine Different zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis zu Lasten der Netzbetreiber. Diese Differenz wird nun über die EEG-Umlage ausgeglichen. Die Betreiber der Übertragungsnetze veröffentlichen jeweils am 15. Oktober eines Jahres, wie viel Geld für das Schließen der Lücke notwendig sein wird. Damit geben sie also die Höhe der EEG-Umlage für das Folgejahr bekannt.
Grundpreis Der Grundpreis bezeichnet das Entgelt pro Lieferzeitraum unabhängig vom gelieferten bzw. verbrauchten Strom.
Konzessionsabgabe Konzessionsabgaben sind Entgelte an die Kommune für die Mitbenutzung von öffentlichen Verkehrswegen durch die Versorgungsleitungen der Netzbetreiber. Die Netzbetreiber leiten die Konzessionsabgabe eins zu eins an die Energieversorgungsunternehmen weiter. Diese berücksichtigen die Konzessionsabgabe im Rahmen ihrer internen Preiskalkulation. Die Konzessionsabgabe wird verbrauchsabhängig, also pro gelieferter bzw. verbrauchter Kilowattstunde erhoben.
KWK-Umlage KWK-(Kraft-Wärme-Kopplungs)-Anlagen erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch wird ein höherer Nutzungsgrad erreicht, wodurch Brennstoff eingespart und Kohlendioxid-Emissionen gemindert werden können. Das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung ist am 1. April 2004 in Kraft getreten mit dem Zweck, den Beitrag zur Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in der Bundesrepublik Deutschland auf 25 Prozent zu erhöhen. Es verpflichtet hierzu die Netzbetreiber, Strom aus testierten Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerken zu einem staatlich garantierten Preis abzunehmen. Da dieser oberhalb des Strompreises an der Börse liegt, entstehen den Netzbetreibern Kosten, welche über die KWK-Umlage über die Energieversorgungsunternehmen an den Endverbraucher weitergegeben werden.
MaLo-ID
(Marktlokations-ID)
Die MaLo-ID ersetzt als eindeutige Bezeichnung für eine Marktlokation im deutschen Energiemarkt die bisher genutzte Zählpunktbezeichnung.
Messdienstleistung Die Messung beinhaltet die Ermittlung des Energieverbrauchs sowie die Erfassung, Verwaltung und Bereitstellung der Zählerdaten. Diese Kosten werden dem Lieferanten vom Netzbetreiber bzw. Messdienstleister in Rechnung gestellt.
Messlokation Eine Messlokation ist ein Ort, an dem Energie gemessen wird und der alle technischen Einrichtungen beinhaltet, die zur Ermittlung und Übermittlung der Messwerte erforderlich sind. Die Messlokation wird weiterhin über die Zählpunktbezeichnung identifiziert.
Messstellenbetreiber Der Messstellenbetreiber ist für den Einbau und Betrieb Ihres Stromzählers zuständig.
Messstellenbetrieb Der Messstellenbetrieb umfasst den Ein- und Ausbau sowie Betrieb und Wartung von Zählern. Diese Kosten werden dem Lieferanten vom Netzbetreiber bzw. Messstellenbetreiber in Rechnung gestellt.
Netznutzungsentgelte Netznutzungsentgelte sind Gebühren, die in Grund- und Arbeitspreis aufgeteilt sind und vom jeweiligen Netzbetreiber an die Energieversorgungsunternehmen dafür erhoben werden, dass die Energie durch seine Leitungen fließt. Es gibt mehrere hundert Verteilnetzbetreiber in Deutschland, die alle ihre Preise unterschiedlich gestalten. Daher kostet die Energie an verschiedenen Orten einen anderen Preis. Über die Preisgestaltung und -höhe wacht die Bundesnetzagentur, BNA, Bonn. Die jeweiligen Preise sind auf der Internetseite des Netzbetreibers veröffentlicht.
Offshore-Netzumlage Mit den Einnahmen aus der Offshore-Netzumlage werden die entsprechenden Kosten aus Entschädigungen bei Störungen oder Verzögerung der Anbindung von Offshore-Anlagen sowie die Kosten aus der Errichtung und dem Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen gedeckt. Die Offshore-Netzumlage wird den Energieversorgungsunternehmen von den Verteilnetzbetreibern in Rechnung gestellt.
Stromkennzeichnung (Energiemix) Die nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vorgeschriebene Stromkennzeichnung informiert über die Herkunft des bezogenen Stroms und dessen Umweltauswirkungen.
Stromsteuer Die Stromsteuer ist eine gesetzlich geregelte Verbrauchssteuer, die seit 1999 auf Grund des Gesetzes zur ökologischen Steuerreform erhoben wird. Besteuert wird der Verbrauch bzw. die Entnahme aus dem Netz im deutschen Steuergebiet. Jedes Energieversorgungsunternehmen ist verpflichtet, jährlich die von ihm gelieferte Menge an sogenannte Letztverbraucher an das Hauptzollamt zu melden und den entsprechenden Betrag zu bezahlen. Das Energieversorgungsunternehmen berücksichtigt diese Steuer im Rahmen seiner Preiskalkulation. Die Stromsteuer beträgt zurzeit 2,05 ct/kWh (Stand 08/2019).
Zählpunkt Ein Zählpunkt kennzeichnet eine Lieferstelle eindeutig im europäischen Energienetz. Am Zählpunkt werden die relevanten Messdaten erfasst. Über die Zählpunktbezeichnung kann der Netzbetreiber den Standort der Lieferstelle genau identifizieren und dem Zähler zuordnen. Im Gegensatz dazu ist die Zählernummer nicht ortsgebunden, da Zähler gewechselt werden können.
§19 StromNEV-Umlage Jeder Stromlieferant zahlt zur Durchleitung seiner Energie ein sogenanntes Netzentgelt pro Kilowattstunde an den jeweiligen Netzbetreiber, welches er an den entsprechenden Endverbraucher weiterberechnet. Energieintensive Industrieunternehmen, die jährlich mehr als zehn Gigawattstunden Strom verbrauchen und mindestens 7.000 Benutzungsstunden aufweisen, können seit dem 01.01.2012 von der Bezahlung dieser Netzentgelte gemäß § 19 Abs. 2 StromNEV (Strom-Netzentgeltverordnung) befreit werden. Mit dieser durchaus umstrittenen Umlage wird also die Befreiung energieintensiver Unternehmen von den Netzentgelten durch die Endverbraucher finanziert. Die Bundesregierung möchte so die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in Zeiten steigender Energiekosten stärken.

Die Höhe der Umlage für das Folgejahr wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland festgelegt und einmal im Jahr veröffentlicht. Sie berechnet sich aus der Summe der entgangenen Netzentgelte der von den Netzentgelten befreiten Unternehmen.

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